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Starktenburger Echo | 22. November 2012  | bms

Viele spannende Geschichten

Vorlesetag – Zweigeteiltes Programm in Bonsweiher – Austausch im Bücherregal floriert

Vorlesetage - Abends bei der Lesung mit Katja Gesche

Lesung mit der Krimiautorin Katja Gesche (1.v.l.) am Abend. Foto: Karl-Heinz Köppner

BONSWEIHER.
Von Anfang an war das öffentliche Bücherregal in Bonsweiher eine Bereicherung für den Ort. So lautete das Resümee der Initiatorin Simone Hofmann vom Kultur- und Museumsverein (KuM) Bonsweiher und der Nutzerinnen, die zum bundesweiten Vorlesetag ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen waren.
Mit zwei Regalen eröffnete vor einem Jahr das öffentliche Bücherregal. Ein Regal im überdachten Eingangsbereich mit überwiegend Kinder- und Jugendbüchern ist Tag und Nacht zugänglich.

Inzwischen sind die Regale größer geworden und ein weiteres Regal sowie eine Bücherkiste sind dazugekommen, um die Fülle der vorbeigebrachten Bücher zu fassen. In den ersten vier Monaten quollen die Regale über. Viele Bücherfreunde entledigten sich hier ihrer jahrelang angehäuften Bücher.
Mittlerweile werden weniger aussortierte Bücher abgestellt und eher auch einige auf einmal mitgenommen, berichtete Birgit Harbauer, die seit Februar dieses Jahres regelmäßig das öffentliche Bücherregal betreut. Das Prinzip des Bücherregals – „gewünschtes Buch entnehmen, zurückbringen oder behalten; nicht mehr benötigte Bücher einstellen oder in die Bücherkiste legen“ – ist schnell verstanden worden.
Die zehn Jahre alte Anna-Naya freute sich, dort einen aktuellen Ratgeber zum Stricken gefunden zu haben. Krimis, Romane und Kinderbücher, die nicht älter als drei Jahre sind, sind derzeit der Renner. Zeitlose Reisebücher, Bildbände, Handarbeits- und Kochbücher würden auch rasch, wechseln, informierte Birgit Harbauer. Daneben gebe es allerdings auch Ladenhüter, die nur selten neue Leser fänden.
Die anfänglichen Befürchtungen, es könne eine mutwillige Zerstörung geben oder Kinder könnten auf die Regale klettern, sind nicht Wirklichkeit geworden. Stattdessen kommen oft – mündlich und schriftlich – positive Rückmeldungen beim Vorstandsteam an. „Das offene Bücherregal finde ich eine prima Einrichtung, und ich habe es auch schon genutzt“, heißt es da. Hin und wieder sind auch Spaziergänger und Wanderer in Bonsweiher zu sehen, die zwei oder mehr Bücher aus dem Regal in ihren Händen tragen.
Zum Vorlesetag am Freitagnachmittag kamen Kinder zwischen drei und zehn Jahren. Ein größere Zahl an Kindern fand sich ein, als die junge Autorin Celina Kramert aus Bensheim aus ihrem ersten Buch vorlas. Sie erzählte, den Impuls habe ein Traum gegeben und dann sei die Geschichte aus Fantasy, Philosophie- und Gesellschaftsgedanken immer länger geworden. An zwei Folgeromanen wird sie weiterhin ihrer Schreiblust frönen. Daneben lasen Michael Strohmenger, Karl Brecht, Birgit Harbauer, Simone Hofmann und Petra Detken aus bekannten Kinderbüchern wie „Petersson und Findus“, „Pippi Langstrumpf“ und „Drachen Kokosnuss“ vor.
Mit der Mörlenbacher Krimiautorin Katja Gesche begann die Abendveranstaltung. Sie bereitete dem Kreis von zehn Bücherfreundinnen eine spannende Zeit mit ihrer bildhaften Kurzgeschichte über eine hässliche Fleischverkäuferin. Zur dramatischen Kurzgeschichte über den frommen Schäfer auf der Tromm merkte die Buchhändlerin Andrea Ohlig an, dies gebe einen zukünftigen Tatort ab.
Entspannend und voller Lokalkolorit war die Mundartgeschichte „Der Knoddelhannes und der Scheuerbambel“ der Bonsweiherin Ilse Mink. Sie hatte sie dem Buch „Poannekuche in de Sunn gebagge“ von Erika Pöschl entnommen und sie auf Bonsweiherisch vorgetragen.

Kostproben aus anderen Regionen dieser Welt gab es mit Andrea Ohlig. Sie las aus dem Roman „Der Kerl vom Land: eine Liebesgeschichte“ von der schwedischen Autorin Katarina Mazetti markante Kapitel vor und trug zudem einzelne Passagen des neuseeländischen Erfolgsautors Anthony McCarten vor. Bei seiner Familiengeschichte geht es um zwei Söhne als tragische Superhelden.
Mit dieser Veranstaltung ist es dem Kultur- und Museumsverein gelungen, die Lesekultur zu fördern und Lesefreudige miteinander zu vernetzen.